Urbane Infrastruktur in Großsiedlungen – Anforderungen, Leistungen und Ansprüche

Die Großsiedlungen in Deutschland haben aus dreierlei Gründen in unregelmäßigen Abständen Konjunktur: Erstens – wenn sie Gegenstand der Betrachtung von vermeintlichen oder tatsächlichen sozialen Problemgebieten sind oder euphemistischer ausgedrückt – wenn sie den Status eines „Stadtteils mit besonderem Entwicklungsbedarf“ erreicht haben und in den Genuss von Fördermitteln aus dem Programm Soziale Stadt der Städtebauförderung werden sollen. Zwei
tens – wenn sie mit ihren Großstrukturen für ein verfehltes städtebauliches und architektonisches Leitbild herhalten müssen und mit vielen „Wie konnte man(n) nur…“ und „Hier möchte ich nun wirklich nicht leben“ Gegenstand stadtplanerischer, städtebaulicher und architektonischer Ab- und Ausgrenzung werden. Und drittens –
wenn sie als geeignetes Verschiebe- und Ankom mensquartier für Menschen herhalten müssen, die mietpreisbedingt aus ihren angestammten Quartieren ausziehen und in eine Großsiedlung umziehen müssen oder kriegs- und notbedingt aus ihren Heimatländern fliehen und in deutschen Städten Zuflucht suchen.

Hilmar von Lojewski
Kompetenzzentrum Großsiedlungen
2025
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